Erläuterung zur Verkehrslage:
Die dargestellte Verkehrslage ist ein Abbild der aktuellen Verkehrssituation auf den rund 2.200 km Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Die Verkehrszustände auf den einzelnen Streckenabschnitten von Anschlussstelle bis Anschlussstelle bzw. Autobahnkreuz sind durch verschiedene Einfärbungen gekennzeichnet. Hierbei symbolisieren die hellgrünen Abschnitte 'frei fließenden Verkehr', die dunkelgrünen Abschnitte "dichten Verkehr", die gelben Abschnitte "zähfließenden Verkehr" und die roten Abschnitte "gestauten Verkehr". Nach den Definitionen der Verkehrsstufen wird ein Verkehrszustand als "dicht" (dunkelgrüne Markierung) bezeichnet, wenn über ein Zeitintervall von einer Minute das mittlere Geschwindigkeitsniveau zwar noch über 80 km/h liegt, im Vergleich zum freien Verkehr (hellgrün) die Verkehrsdichte jedoch mit 20 bis 50 Fahrzeugen pro Kilometer (Fz/km) deutlich zugenommen hat. Der Verkehrszustand ist dann nicht mehr flüssig, aber eben auch noch nicht zähfließend. Der Verkehrszustand gilt als "zähfließend" (gelb), wenn die mittlere Geschwindigkeit zwischen 30 bis 80 km/h liegt und die Dichte geringer ist als 50 Fz/km ist. Bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h über ein Zeitintervall von einer Minute gilt der Verkehrszustand als gestaut. Sollten die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf dem entsprechenden Abschnitt begrenzt sein, so werden die Geschwindigkeiten der Verkehrsstufeneinteilung entsprechend angepasst.

Darstellung / Ermittlung der Prognosezeit:
Aktuelle Fahrzeitprognosen können vom Nutzer für zusammenhängende Steckenabschnitte zwischen Anschlussstellen und/ oder Autobahnkreuzen durch einfaches Anklicken in der Karte individuell, entweder für den Gesamtverkehr oder nur für den LKW-Verkehr, zusammengestellt werden. Hierbei wird nach Eingabe von Start- und Zielpunkt automatisch die Fahrzeit für die kürze Fahrtroute sowohl in Fahrtrichtung als auch in Gegenrichtung ermittelt und angezeigt. Fahrzeitprognosen können jedoch nach Eingabe des Startpunktes auch für individuell gestaltete Fahrtrouten durch die zusätzliche Eingabe von Zwischenzielen bis zum Zielpunkt ermittelt werden.
Speziell für mobile Endgeräte gibt es eine im Funktionsumfang reduzierte Version mit einer auf kleine Bildschirme optimierten Anzeige. Diese Version kann unter www.autobahn.nrw.de/ mobil aufgerufen werden.

Baustellen / Sperrungen:
Zur weiteren Bewertung einer Fahrtroute können Informationen über die aktuellen Autobahnbaustellen eingeblendet werden. Baustellen, an denen nur eine geringe Staugefahr besteht, sind durch ein grün umrandetes Schild, Baustellen mit hoher Staugefahr durch ein rot umrandetes Schild gekennzeichnet.
Sperrungen von Autobahnen und Anschlussstellen werden - soweit entsprechende Informationen über den Verkehrswarndienst verfügbar sind - ebenfalls in der Karte angezeigt. Die Fahrbahnsperrungen sind durch ein Sperrschild und die Anschlussstellensperrungen durch einen roten Ring um die Anschlussstelle gekennzeichnet.

Verkehrslage benachbarter Länder / Bundesländer:
Um direkt zur Verkehrslage benachbarter Länder / Bundesländer wechseln zu können, sind die Autobahn-Fernzielangaben blau eingefärbt und entsprechend verlinkt.

Simulationsverfahren:
Die dargestellte Verkehrslage wird durch Simulation der Verkehrsabläufe auf den Autobahnen erzeugt. Bei der Simulation werden die Fahrzeuge mit ihren Bewegungen in einem Modell nachgebildet, d. h. es wird beschrieben, wie die Fahrzeuge beschleunigen, abbremsen, abbiegen oder überholen. Das Modell wurde vom Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen initiiert und im Rahmen eines laufenden Forschungsprojektes an der Universität Duisburg-Essen entwickelt und getestet.
Grundlage der Verkehrssimulation ist die detailgetreue Abbildung des Autobahnnetzes einschließlich aller fahrgeometrischen Beziehungen (Tangenten, Rampen, Verzögerungs- und Beschleunigungsspuren etc.). Darüber hinaus nutzt das Simulationsmodell die von den rund 2.500 automatischen Datenerfassungsanlagen auf den Autobahnen minütlich bereitgestellten Informationen über das Verkehrsaufkommen und die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge. Dadurch ist es möglich, die Verkehrsabläufe im Netzwerk zu berechnen, nachzustellen und zu visualisieren. Das Simulationsmodell ist zudem darauf ausgelegt, über die vorhandenen Daten hinaus das Verkehrsaufkommen auch auf Streckenabschnitten nachzubilden, auf denen keine automatischen Datenerfassungsanlagen installiert sind. Die Verkehrssimulation bildet zudem die Grundlage für die 30- und die 60-Minuten-Prognose des Autobahnverkehrs.
Sofern auf Grund von technischen Problemen keine aktuellen Daten der Datenerfassungsanlagen übermittelt werden können, wird auf historische Daten, die den in der Regel zu erwartenden Verkehrszustand abbilden, und auf die aktuellen Warndienstmeldungen der Polizei zurückgegriffen. Dieses wird durch die Einblendung "teilweise historische Daten" deutlich gemacht. Sollten aus technischen Gründen keine aktuellen Warndienstmeldungen zu empfangen sein, wird ausschließlich auf "historische Daten" zurückgegriffen und Entsprechendes angezeigt.

Langzeitprognose:
Die Langzeitprognose beruht auf den Erfahrungswerten bzw. den gespeicherten Verkehrslagezuständen der letzten Jahre. Hierbei wird berücksichtigt, für welchen Wochentag die Verkehrslage prognostiziert werden soll und ob es sich um einen Feiertag, Brückentag, Ferientag o. ä. handelt. Die Prognose ist für maximal eine Woche im Voraus für fest definierte Zeiten abrufbar. Die Langzeitprognose berücksichtigt jedoch nicht die zum Prognosezeitpunkt zu erwartenden Witterungs- und Straßenzustandsbedingungen.

Grenzen des Simulationsverfahrens:
Die Verkehrsabläufe auf den Autobahnen werden bekanntermaßen durch eine Vielzahl von Störungen (Unfälle, Baustellen, witterungsbedingte Gefahren wie Regen, Nebel, starker Schneefall oder Glatteis) und die Art der Verkehrsführung beeinträchtigt. Alle relevanten Störfallereignisse zu erfassen, stellt das eingesetzte Modell vor große Herausforderungen.
Die Simulation ist daher in starkem Maße abhängig von der Verfügbarkeit und der Qualität der Informationen. Zurzeit werden sowohl die aktuellen Informationen der Datenerfassungsanlagen über die Geschwindigkeiten und die Verkehrsdichte als auch die Meldungen des Verkehrswarndienstes der Polizei über Anschlussstellensperrungen sowie die Geometrie des Straßennetzwerkes berücksichtigt.